Aufstiegsgenehmigung für Ballone: Was beim Start zu beachten ist
Ein Ballon kann nicht allein deshalb von einer Wiese starten, weil dort ausreichend Platz vorhanden ist. Neben Wetter, Wind und der Eignung der Fläche müssen auch die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sein.
Der Begriff „Aufstiegsgenehmigung“ wird dabei für unterschiedliche Sachverhalte verwendet. Bei einem bemannten Freiballon geht es insbesondere um die Erlaubnis zum Start außerhalb eines dafür genehmigten Flugplatzes. Für Fesselballone können andere Anforderungen hinzukommen.
Hier erfährst du, warum ein Wunschstartplatz nicht automatisch ein nutzbarer Startplatz ist.
Was ist eine Außenstarterlaubnis?
Startet ein Luftfahrzeug außerhalb eines für diesen Betrieb genehmigten Flugplatzes, handelt es sich grundsätzlich um einen Außenstart.
Nach § 25 Luftverkehrsgesetz sind dafür grundsätzlich zwei Voraussetzungen erforderlich:
- Die Zustimmung des Grundstückseigentümers oder eines sonst Berechtigten.
- Eine Erlaubnis der zuständigen Luftfahrtbehörde.
Die Zustimmung zur Nutzung der Fläche ersetzt die behördliche Erlaubnis nicht. Umgekehrt berechtigt eine luftrechtliche Erlaubnis nicht automatisch dazu, ein fremdes Grundstück zu nutzen.
Allgemeine Erlaubnis oder Einzelerlaubnis?
Eine Außenstarterlaubnis kann allgemein oder für einen einzelnen Fall erteilt werden.
Eine allgemeine Erlaubnis bedeutet jedoch nicht, dass von jeder beliebigen Fläche gestartet werden darf. Entscheidend sind unter anderem:
- Für wen die Erlaubnis gilt.
- Welche Luftfahrzeuge und Betriebsarten erfasst sind.
- In welchem Gebiet sie gilt.
- Welche Flächen ausgeschlossen sind.
- Welche Auflagen und weiteren Voraussetzungen einzuhalten sind.
- Ob Anzeigen oder zusätzliche Abstimmungen erforderlich sind.
Ob eine veröffentlichte allgemeine Regelung für einen geplanten Start genutzt werden kann, muss anhand ihres aktuellen Wortlauts geprüft werden.
Wenn der vorgesehene Start nicht davon erfasst wird, kann eine gesonderte Erlaubnis erforderlich sein.
Darf ein Ballon von jedem Flugplatz starten?
Nein. Entscheidend ist, ob die Genehmigung des jeweiligen Flugplatzes den vorgesehenen Ballonbetrieb abdeckt.
Auch Betriebszeiten, örtliche Verfahren und weitere Beschränkungen müssen berücksichtigt werden. Außerhalb des genehmigten Rahmens können zusätzliche Zustimmungen oder Erlaubnisse erforderlich sein.
Ein Flugplatzsymbol auf einer Karte reicht deshalb nicht aus, um die Zulässigkeit eines Ballonstarts zu beurteilen.
Außenstarterlaubnis und Luftraumfreigabe sind nicht dasselbe
Die Erlaubnis zur Nutzung einer Startfläche beantwortet nicht automatisch die Frage, welcher Luftraum anschließend genutzt werden darf.
Je nach Lage und geplanter Fahrt können zusätzliche Anforderungen bestehen, beispielsweise eine erforderliche Freigabe der Flugverkehrskontrolle.
Auch aktuelle Luftraumbeschränkungen und weitere veröffentlichte Vorgaben müssen berücksichtigt werden.
Welche Regeln gelten für Fesselballone?
Ein Fesselballon bleibt über Leinen mit dem Boden verbunden. Das macht seinen Betrieb nicht automatisch genehmigungsfrei.
Nach § 20 Luftverkehrs-Ordnung ist der Aufstieg eines Fesselballons erlaubnispflichtig, wenn er mit einem Halteseil von mehr als 30 Metern Länge gehalten wird.
Auch bei kürzeren Halteseilen müssen die übrigen rechtlichen und betrieblichen Voraussetzungen geprüft werden. Dazu können Anforderungen an den Standort, die Luftraumnutzung und die konkrete Veranstaltung gehören.
Zusätzlich sind die Eignung des Ballons für den Fesselbetrieb, die Verankerung und die zulässigen Wetterbedingungen zu berücksichtigen.
Eine Fesselaktion sollte deshalb frühzeitig und anhand des konkreten Standorts abgestimmt werden.
Was gilt bei Veranstaltungen und mehreren Ballonen?
Bei Stadtfesten, Firmenveranstaltungen oder geplanten Starts mehrerer Ballone reicht die Betrachtung einer einzelnen Startfläche häufig nicht aus.
Welche Erlaubnisse und Abstimmungen erforderlich sind, hängt vom konkreten Vorhaben ab. Eine Veranstaltungsgenehmigung ersetzt nicht automatisch luftrechtliche Erlaubnisse. Ebenso deckt eine Außenstarterlaubnis nicht zwangsläufig sämtliche Anforderungen einer Veranstaltung ab.
Wenn du einen Balloneinsatz planst, sollten Standort, Termin, Betriebsart und organisatorischer Rahmen daher möglichst früh geklärt werden.
Darf ein Ballon außerhalb eines Flugplatzes landen?
Für die Landung gelten nicht in jedem Fall dieselben Voraussetzungen wie für den Start.
Bei bemannten Freiballonen besteht eine gesetzliche Ausnahme von der vorherigen Erlaubnispflicht, wenn der Ort der Landung aufgrund der Eigenschaften des Luftfahrzeugs nicht vorausbestimmbar ist.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Fläche ohne Rücksicht auf Personen, Nutzung oder mögliche Schäden gewählt werden darf. Die Auswahl einer geeigneten Landemöglichkeit bleibt Teil der verantwortlichen Durchführung.
Auch gesetzliche Auskunfts- und gegebenenfalls Schadenersatzpflichten bleiben zu beachten.
Was bedeutet das für deinen Wunschstartplatz?
Du möchtest von deinem Grundstück, einem Firmengelände oder einer Wiese in der Nähe starten?
Dann müssen mehrere Fragen zusammenpassen:
- Darf die Fläche genutzt werden?
- Ist der Start luftrechtlich zulässig?
- Ist die Fläche für den vorgesehenen Ballon geeignet?
- Passen Wind und Wetter?
- Lässt der Luftraum die geplante Nutzung zu?
- Ist das Vorhaben organisatorisch durchführbar?
Eine große freie Fläche allein reicht deshalb nicht aus. Auch eine frühere Ballonfahrt vom selben Standort ist keine automatische Zusage für einen neuen Termin.
Der Start: Allgemeinverfügungen der Länder
Für den Start ist dagegen grundsätzlich eine Erlaubnis nötig. Damit nicht für jede Ballonfahrt ein eigener Antrag gestellt werden muss, haben viele Bundesländer Allgemeinverfügungen erlassen. Sie erteilen allen Ballonpiloten, die bestimmte Bedingungen erfüllen, pauschal die Erlaubnis für Außenstarts und für den Wiederstart nach einer Zwischenlandung.
Typische Bedingungen sind:
- die Zustimmung des Grundstückseigentümers
- Mindestabstände zu Wohngebieten, Straßen, Stromleitungen und Flugplätzen
- Rücksicht auf Naturschutzgebiete und Tierhaltung
- keine Starts bei Großveranstaltungen mit vielen Zuschauern ohne gesonderte Erlaubnis
- Beachtung von Lufträumen und Kontrollzonen
Die genauen Regeln unterscheiden sich von Land zu Land. Für Ostwestfalen-Lippe ist die Bezirksregierung Münster zuständig, die auch die Regierungsbezirke Arnsberg und Münster abdeckt.
Allgemeinverfügungen im Überblick (ohne Gewähr, Stand: 03. November 2026)
| Region | Allgemeinverfügung |
|---|---|
| NRW – Reg.-Bez. Arnsberg, Detmold, Münster | Bezirksregierung Münster |
| NRW – Düsseldorf | Allgemeinverfügung Düsseldorf |
| Niedersachsen | Allgemeinverfügung Niedersachsen |
| Hessen – Kassel | Regierungspräsidium Kassel |
| Hessen – Darmstadt | Regierungspräsidium Darmstadt |
| Rheinland-Pfalz | Landesbetrieb Mobilität |
| Baden-Württemberg | Regierungspräsidium |
| Bayern – Nord | Allgemeinverfügung Nordbayern |
| Bayern – Süd | Regierung von Oberbayern |
| Schleswig-Holstein | Allgemeinverfügung Schleswig-Holstein |
| Brandenburg | Gemeinsame Obere Luftfahrtbehörde |
Wann ist eine Einzelgenehmigung nötig?
Nicht jeder Start ist durch eine Allgemeinverfügung abgedeckt. Eine eigene Erlaubnis bei der Landesluftfahrtbehörde ist zum Beispiel nötig, wenn
- in einem Land oder Bezirk keine Allgemeinverfügung gilt,
- ein Startplatz die Bedingungen der Allgemeinverfügung nicht erfüllt, etwa wegen zu geringer Abstände,
- Ballone bei Stadtfesten, Messen oder Ballonfestivals vor Publikum starten sollen. Für Ballonfestivals erteilen die Behörden meist eine gemeinsame Erlaubnis für alle teilnehmenden Ballone.
Der Antrag enthält typischerweise Startplatz, Zeitraum, Ballontypen und den Zweck. Die Behörde prüft ihn und stimmt sich bei Bedarf mit der Deutschen Flugsicherung, Naturschutz- oder Ordnungsbehörden ab. Die Erlaubnis wird oft mit Auflagen erteilt.
Starts auf Flugplätzen sind ebenfalls möglich, wenn der Flugplatz für Ballone zugelassen ist und der Betreiber zustimmt. Unser Heimatflugplatz ist Oerlinghausen.
Eine Erlaubnis ersetzt nicht die aktuelle Fahrtentscheidung
Selbst wenn alle erforderlichen Zustimmungen und Erlaubnisse vorliegen, kann eine Fahrt an den aktuellen Bedingungen scheitern.
Wetter, Wind, örtliche Hindernisse oder kurzfristige Einschränkungen können eine Änderung oder Absage notwendig machen.
Rechtliche Zulässigkeit und tatsächliche Durchführbarkeit müssen deshalb immer gemeinsam betrachtet werden.
Mehr über Wetter und Fahrtplanung erfahren
Du möchtest einen besonderen Startort oder Balloneinsatz besprechen?
Kontaktiere uns bitte frühzeitig, wenn du eine besondere Startfläche, einen Firmenanlass oder eine Veranstaltung planst.
Hilfreich sind zunächst:
- Die genaue Lage der Fläche.
- Der gewünschte Zeitraum.
- Die Art des geplanten Einsatzes.
- Angaben zur verfügbaren Fläche und ihrer Nutzung.
Der Kontakt zu einer Person, die über die Nutzung entscheiden darf.
Auf dieser Grundlage können wir die weiteren Prüfungsschritte mit dir besprechen. Eine verbindliche Zusage ergibt sich daraus noch nicht.
Du erreichst uns unter 05202 99 55 200.
Rechtliche Grundlagen und Grenzen dieser Übersicht
Wichtige Grundlagen sind § 25 Luftverkehrsgesetz sowie §§ 18 und 20 Luftverkehrs-Ordnung.
Zusätzlich können behördliche Erlaubnisse, Allgemeinverfügungen, örtliche Vorgaben und weitere rechtliche Anforderungen relevant sein.
Diese Seite bietet eine allgemeine Orientierung. Sie ersetzt weder die Prüfung des konkreten Vorhabens noch die aktuellen Veröffentlichungen und Entscheidungen der zuständigen Behörden.
